Stellungnahme des Deutschen Kinderschutzbundes Bundesverband e.V. zur „Situation von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Krise"

Aufgrund des Ausbruchs des Corona-Virus sind bundesweit seit Mitte März Schulen, Kindertagesstätten und eine Vielzahl an Jugendhilfeeinrichtungen geschlossen. Sämtliche für Familien wichtige öffentliche Angebote von Vereinen und sozialen Hilfen wurden massiv reduziert oder ganz eingestellt. Spielplätze sind gesperrt, Beratungsstellen geschlossen oder nur telefonisch erreichbar. Es gelten Kontaktsperren für Eltern wie Kinder.

Eltern arbeiten im Homeoffice, so dies möglich ist. Andere können ihrer Erwerbstätigkeit nicht nachgehen, weil sie sich um ihre Kinder kümmern (müssen). Wieder andere sind in systemrelevanten Bereichen tätig und sehen ihre Kinder ak tuell nur wenig. Egal in welcher Situation, innerhalb von Tagen mussten sich Familien auf eine völlig veränderte Situation einstellen.

Familien unternehmen alles in ihren Kräften stehende, um diesen Herausforderungen zu begegnen und finden sich in einer Mehrfachbelastung wieder, nicht nur Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, sondern auch die schulischen Anforderungen zu meistern und ihren Kindern insbesondere diese schwierige Situation zu erklären und den gemeinsamen Alltag so zu gestalten, dass die körperlichen und psychischen Belastungen der Kinder bewältigt werden.

Bei vielen Gesprächen mit betroffenen Eltern wird deutlich, dass diese Belastungen ihre Grenzen austesten und wenig Spielraum für eigene Erholungs- und Entlastungsmöglichkeiten bieten. Es wird deutlich, dass Eltern einen großen Teil zur Bewältigung der Krise beitragen und analog systemrelevanter Professionen einer großen Wertschätzung bedürfen.

In der Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom 30. April 2020 bemerkt sie zu Recht, dass wir über die Auswirkungen des Virus auf Kinder wenig wissen, dass die Erkenntnisse der Wissenschaft aktuell zusammenge fasst und dass unter Hinzuziehung verschiedener Disziplinen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verabredet werden (müssen).

Bisher erleben wir, dass die Perspektive der Kinder und Familien jedoch nicht ausreichend in den wissenschaftl ichen sowie fachpolitischen Blick genommen wurde. Die enormen Belastungen und auch notwendigen Rahmenbedingungen für ein gutes Aufwachsen der Kinder und Jugendlichen unter den Bedingungen von Corona werden kaum berücksichtigt.

Entgegen diesen Erfahrungen werden aktuell z.B. in NRW große bekannte Möbelhäuser wiedereröffnet , was zu einem gewaltigen Andrang am Wochenende dort führte. Auch in den Fußgängerzonen großer deutscher Städte herrschte die letzten Tage großes Gedränge. Gleichzeitig ist eine enorme Zurückhaltung bei der Öffnung von Kitas und Schulen zu verzeichnen, die eine verlässliche Perspektive für Familien nicht erkennen lassen.

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Kinderschutzbund unterstützt Familien mit kostenlosen Onlinevideos durch die Corona-Zeit

"Gemeinsam sind wir stark"

Mitte März wurden Kindertageseinrichtungen, Schulen und so gut wie alle Freizeit- und Unterstützungsangebote für Kinder geschlossen. Viele Familien haben ihren Alltag wochenlang weitestgehend isoliert gestaltet, sind gleichzeitig von drohender Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder fehlenden Aufträgen betroffen. Das bringt finanzielle Sorgen mit sich, die beispielsweise durch fehlende Mittagsangebote für die Kinder noch verstärkt werden können.

Die Kombination aus Homeoffice, Homeschooling und gleichzeitiger Kinderbetreuung ist für alle eine Herausforderung. Zudem fehlt insbesondere Familien mit Kitakindern noch immer eine verlässliche Perspektive, wann sich diese außergewöhnliche Situation wieder langfristig ändern wird.

Wir möchten mit unseren "Gemeinsam sind wir stark"-Videos Familien dabei unterstützen, vorhandene Kräfte zu mobilisieren, ihren derzeitigen Alltag aus einer neuen Perspektive zu betrachten und gemeinsam innerhalb der Familie Lösungen zu finden, wenn es doch mal kracht.

Hier kommen Sie direkt zu den Videos.

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Mit freundlichen Grüßen

Julia Spacek
Deutscher Kinderschutzbund
Landesverband Nds. e.V.

 

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