PressemitteilungTag der gewaltfreien Erziehung

Hannover, 29.04.2021

Zum Tag der gewaltfreien Erziehung am 30. April erinnert der Kinderschutzbund Niedersachsen daran, dass Gewalt gegen Kinder leider noch immer ein Dauerthema ist. Und gerade während der Corona-Pandemie ist das eigene Zuhause für einige Kinder kein sicherer Ort.

„Eltern muss endlich klar sein, welche Auswirkungen Gewalt auf Kinder und ihr gesamtes weiteres Leben hat. Wir sprechen hier nicht allein von körperlicher Gewalt - vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass auch Strafen mit Nicht-Achtung, Liebesentzug oder auch Herabsetzung von Kindern Formen von Gewalt sind“, sagt Johannes Schmidt, Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes Niedersachsen.

Man brauche deswegen eine erneute Aufklärungskampagne für Eltern. Gleichzeitig setzt sich Schmidt dafür ein, dass Kinder bereits in Kita und Schule erleben, dass sie ein Recht auf gewaltfreies Aufwachsen haben. „Wenn wir das Kindern von klein auf beibringen, dann ist das Thema Gewaltfreiheit in ihnen verankert und sie entwickeln später selbst die richtige Grundhaltung dazu“.

Wie prekär die Lage für manche Kinder und Jugendliche ist, hat eine Studie des Universitätsklinikums Ulm im vergangenen November gezeigt: demnach ist fast jede*r Zweite noch immer der Auffassung, dass ein Klaps auf den Hintern noch keinem Kind geschadet habe. Jede*r Sechste hält es sogar für angebracht, ein Kind zu ohrfeigen.
(https://www.dksb.de/de/artikel/detail/studie-jeder-sechste-haelt-ohrfeigen-in-der-erziehung-fuer-angebracht/)

Um Eltern als Erziehende zu stärken und sie darin zu unterstützen, den Erziehungsalltag positiv wahrzunehmen, bietet der Kinderschutzbund übrigens die „Starke Eltern – Starke Kinder®“ – Kurse an.
Mehr Infos unter www.starkeeltern-starkekinder.de.

Ansprechpartnerin:
Edna Skala-Kern
Telefon: (0511) 44 40 75
Mobil: (0172) 441 89 86
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www.dksb-nds.de

Der Kinderschutzbund, Landesverband Niedersachsen – Kinder haben Rechte!
Der Kinderschutzbund, Landesverband Niedersachsen e.V., gegründet 1957, hat 6500 Mitglieder in 58 Orts- und Kreisverbänden. Der DKSB setzt sich für die Interessen von Kindern sowie für Veränderungen in Politik und Gesellschaft ein. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Kinderrechte, Kinder in Armut, Gewalt gegen Kinder sowie Kinder und Medien.

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Pressemitteilung


Celle, 30.04.2021 Anlässlich des Tags der gewaltfreien Erziehung macht der Kinderschutzbund auf die prekäre Lage vieler Kinder während der Corona-Krise aufmerksam.

Dazu erklärt Ekin Deligöz, Vizepräsidentin des Kinderschutzbundes: „Das vergangene Jahr war für Familien kein einfaches. Und nach allem, was wir absehen können, werden auch die kommenden Wochen geprägt sein von Schul- und Kitaschließungen und von Isolierung im eigenen Haushalt. Für einige Kinder aber ist das eigene Zuhause kein sicherer Ort.“

Laut einer Studie des Universitätsklinikums Ulm hält nach wie vor jede*r Sechste eine Ohrfeige für angebracht. Ganze 42 Prozent halten einen „Klaps auf den Po“ nach wie vor für ein zulässiges Mittel in der Kindererziehung. Dafür, dass Demütigungen, Liebesentzug und Herabsetzungen Formen der Gewalt sind, gibt es bislang nur wenig Bewusstsein.*

Der Bundesverband des Kinderschutzbundes widmet sich diesen Fragen in diesem Jahr bei einer digitalen Fachtagung. Mit Vorträgen unter anderem von Professor Jörg Fegert (Kinder- und Jugendpsychiater am Universitätsklinikum Ulm und Professorin Sabine Andresen (Vize-Präsidentin des DKSB, Universität Frankfurt (Main)) wird die Situation von Kindern und Jugendlichen im Kontext ihres Rechts auf gewaltfreie Erziehung beleuchtet.

Hier ein Hinweis auf die Studie zur gewaltfreien Erziehung.

https://www.dksb.de/de/artikel/detail/studie-jeder-sechste-haelt-ohrfeigen-in-der-erziehung-fuer-angebracht/

Der Tag für gewaltfreie Erziehung wird auch in Celler Kitas erlebbar gemacht
Der Celler Kinderschutzbund hat zusammen mit Gonca Kaftan aus Nienhagen Celler Kitas für Aktionen zum Thema gewaltfreie Erziehung gewinnen können. Im Bürgerlichen Gesetzbuch steht dazu: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“. Allen beteiligten ist dieses Kinderrecht besonders wichtig. Die Kinder auf ihr Recht aufmerksam zu machen und mit ihnen das Thema zu bearbeiten, hat einen hohen Stellenwert bei den Fachkräften, ebenso wie die Eltern darüber zu informieren und zu sensibilisieren. An dieser gemeinsamen Aktion nehmen 10 Celler Kitas aus Stadt und Landkreis Celle, 1 Familienbüro, 1 Bibliothek sowie Tagespflegekräfte teil.

Bei Fragen zu der Aktion steht Ihnen Silvia Seibel (Geschäftsführerin), unter der Tel.05141/46066 zur Verfügung.

Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Celle e. V.
Neustadt 77 in 29225 Celle
Tel. 05141/46066 und Fax: 05141/2088121
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Stellungnahme des Deutschen Kinderschutzbundes Bundesverband e.V. zur „Situation von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Krise"

Aufgrund des Ausbruchs des Corona-Virus sind bundesweit seit Mitte März Schulen, Kindertagesstätten und eine Vielzahl an Jugendhilfeeinrichtungen geschlossen. Sämtliche für Familien wichtige öffentliche Angebote von Vereinen und sozialen Hilfen wurden massiv reduziert oder ganz eingestellt. Spielplätze sind gesperrt, Beratungsstellen geschlossen oder nur telefonisch erreichbar. Es gelten Kontaktsperren für Eltern wie Kinder.

Eltern arbeiten im Homeoffice, so dies möglich ist. Andere können ihrer Erwerbstätigkeit nicht nachgehen, weil sie sich um ihre Kinder kümmern (müssen). Wieder andere sind in systemrelevanten Bereichen tätig und sehen ihre Kinder ak tuell nur wenig. Egal in welcher Situation, innerhalb von Tagen mussten sich Familien auf eine völlig veränderte Situation einstellen.

Familien unternehmen alles in ihren Kräften stehende, um diesen Herausforderungen zu begegnen und finden sich in einer Mehrfachbelastung wieder, nicht nur Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, sondern auch die schulischen Anforderungen zu meistern und ihren Kindern insbesondere diese schwierige Situation zu erklären und den gemeinsamen Alltag so zu gestalten, dass die körperlichen und psychischen Belastungen der Kinder bewältigt werden.

Bei vielen Gesprächen mit betroffenen Eltern wird deutlich, dass diese Belastungen ihre Grenzen austesten und wenig Spielraum für eigene Erholungs- und Entlastungsmöglichkeiten bieten. Es wird deutlich, dass Eltern einen großen Teil zur Bewältigung der Krise beitragen und analog systemrelevanter Professionen einer großen Wertschätzung bedürfen.

In der Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom 30. April 2020 bemerkt sie zu Recht, dass wir über die Auswirkungen des Virus auf Kinder wenig wissen, dass die Erkenntnisse der Wissenschaft aktuell zusammenge fasst und dass unter Hinzuziehung verschiedener Disziplinen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verabredet werden (müssen).

Bisher erleben wir, dass die Perspektive der Kinder und Familien jedoch nicht ausreichend in den wissenschaftl ichen sowie fachpolitischen Blick genommen wurde. Die enormen Belastungen und auch notwendigen Rahmenbedingungen für ein gutes Aufwachsen der Kinder und Jugendlichen unter den Bedingungen von Corona werden kaum berücksichtigt.

Entgegen diesen Erfahrungen werden aktuell z.B. in NRW große bekannte Möbelhäuser wiedereröffnet , was zu einem gewaltigen Andrang am Wochenende dort führte. Auch in den Fußgängerzonen großer deutscher Städte herrschte die letzten Tage großes Gedränge. Gleichzeitig ist eine enorme Zurückhaltung bei der Öffnung von Kitas und Schulen zu verzeichnen, die eine verlässliche Perspektive für Familien nicht erkennen lassen.

Die ganze Stellungnahme lesen...

Kinderschutzbund unterstützt Familien mit kostenlosen Onlinevideos durch die Corona-Zeit

"Gemeinsam sind wir stark"

Mitte März wurden Kindertageseinrichtungen, Schulen und so gut wie alle Freizeit- und Unterstützungsangebote für Kinder geschlossen. Viele Familien haben ihren Alltag wochenlang weitestgehend isoliert gestaltet, sind gleichzeitig von drohender Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder fehlenden Aufträgen betroffen. Das bringt finanzielle Sorgen mit sich, die beispielsweise durch fehlende Mittagsangebote für die Kinder noch verstärkt werden können.

Die Kombination aus Homeoffice, Homeschooling und gleichzeitiger Kinderbetreuung ist für alle eine Herausforderung. Zudem fehlt insbesondere Familien mit Kitakindern noch immer eine verlässliche Perspektive, wann sich diese außergewöhnliche Situation wieder langfristig ändern wird.

Wir möchten mit unseren "Gemeinsam sind wir stark"-Videos Familien dabei unterstützen, vorhandene Kräfte zu mobilisieren, ihren derzeitigen Alltag aus einer neuen Perspektive zu betrachten und gemeinsam innerhalb der Familie Lösungen zu finden, wenn es doch mal kracht.

Hier kommen Sie direkt zu den Videos.

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Mit freundlichen Grüßen

Julia Spacek
Deutscher Kinderschutzbund
Landesverband Nds. e.V.