Weltkindertag 2020

Anlässlich des bevorstehenden Weltkindertages, der jedes Jahr am 20. September begangen wird, weist der Kinderschutzbund Celle auf die Bedeutung der Kinderrechte, auch in Zeiten der Pandemie, hin. Die von den Vereinten Nationen 1989 verabschiedete Kinderrechtskonvention garantiert jedem Kind auf der Welt das Recht auf Schutz, Förderung und Beteiligung. In Deutschland setzen sich u.a. der Deutsche Kinderschutzbund und UNICEF seit langem für die überfällige Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ein.

„Natürlich hat uns während des Lockdowns vorrangig die Sorge beschäftigt, dass es in der Zeit der Isolation, in einer Situation, in der viele Familien überfordert waren, vermehrt zu häuslicher Gewalt und Übergriffen kommen könnte. Auffällig war aber auch, dass Kinder zu dieser Zeit in der öffentlichen Wahrnehmung in erster Linie als potentielle Virenträger oder Hemmklotz für die Berufstätigkeit ihrer Eltern vorkamen und in ihrer Persönlichkeit, mit ihren eigenen Bedürfnissen und individuellen Rechten, gar nicht gesehen wurden“, so Bernd Menzel, 1. Vorsitzender des Ortsvereins. „Das hat sich langsam geändert und mittlerweile sollte allen klar sein, dass die Einschränkungen und veränderten Lernbedingungen nicht dazu führen dürfen, dass Kinder und Jugendliche einfach abgehängt werden. Ihr Recht auf Bildung ist aber nicht das einzige, das beachtet werden muss. Besonders eingeschränkt waren natürlich auch die für eine gesunde Entwicklung so wichtigen Rechte auf soziale Kontakte und soziale Teilhabe. Kinder brauchen Räume, in denen sie spielen, sich bewegen und entfalten können. Zentrales Anliegen des Kinderschutzbundes ist es, Kinder und Jugendliche in der Wahrnehmung ihrer Rechte, insbesondere auch ihres Rechtes auf Beteiligung in den sie betreffenden Angelegenheiten, zu unterstützen, ihnen Gehör zu verschaffen, und dies auch und besonders in den Zeiten der Pandemie“. Hierbei geht es nicht darum, die Notwendigkeit der Hygienemaßnahmen anzuzweifeln. Es geht darum, die Kinder und Jugendlichen in der Umsetzung mit einzubeziehen.
Die Geschäftsführerin des Celler Kinderschutzbundes, Silvia Seibel, betont einen anderen  Aspekt: „Wir finden es großartig, wie Kinder und Jugendliche trotz aller Einschränkungen, trotz der Erfahrung von Strukturverlust, Unsicherheit und sozialer Isolation sich nicht haben unterkriegen lassen, Stärke gezeigt und sich solidarisch verhalten haben. Das verdient unser aller Respekt. Gerne hätten wir auch dieses Jahr den Weltkindertag mit einem großen Kinderrechtefest gefeiert, hoffen aber, dies im nächsten Jahr mit unseren Kooperationspartnern als „Celler Netzwerk für Kinderrechte“ nachholen zu können.“

Mehr...